Sonnenprints mit Kurkuma – Sommermomente mit Kindern festhalten

Sonnenprints mit Kurkuma

Links: Sonnenprints mit Blättern & Blüten / Rechts: Eine kleine Sommererinnerung

Kann man einen Sommermoment festhalten?

Wenn die Sonne durch Blätter und Blüten scheint, entstehen kleine Schattenspiele. Manchmal ganz deutlich, manchmal nur für einen Augenblick. Dann bewegt der Wind die Blätter oder eine Wolke zieht vor die Sonne – und schon ist das Bild wieder verschwunden. Genau dieser Gedanke war der Ausgangspunkt für einen meiner Sommerworkshops im HIRSCHKITZ Kinderatelier: Wir wollten versuchen, einen solchen Sommermoment festzuhalten. Und dafür haben wir Sonnenprints mit Kurkuma gemacht.

Eine Traumreise an den Zaubersee

Traumreise gelesen im Alwin, dem magischen Wohnwagen

Wie so oft begann unser Workshop nicht direkt am Basteltisch, sondern mit einer Geschichte. Gemeinsam machten wir es uns in Alwin, meinem bunt bemalten Wohnwagen, gemütlich und reisten in unserer Fantasie an den Zaubersee. Dort trafen die Kinder die kleine Fee Lotta und beobachteten mit ihr, wie Sonnenstrahlen durch Blätter und Blüten immer neue Bilder aus Licht und Schatten entstehen ließen. Zurück aus unserer Traumreise wollten wir genau das versuchen: Können wir dieses Schattenspiel aus Sonne, Blättern und Blüten auf Papier festhalten?

Sonnenprints mit Kurkuma selber machen

Kurkuma eignet sich wunderbar für dieses kleine Sommerexperiment. Das Papier bekommt zunächst ein kräftiges Gelb. Blätter, Gräser und Blüten werden darauf arrangiert – den Rest übernimmt die Sonne.

Das braucht ihr:

  • festeres Papier

  • Einmalhandschuhe, z. B. Latexhandschuhe

  • eine abwischbare Unterlage oder alte Zeitung

  • alte Kleidung oder Malkittel

  • 2-4 TL Kurkumapulver

  • 100 ml Brennspiritus

  • einen breiten Pinsel

  • Kaffeefilter

  • verschiedene Blätter, Gräser und Blüten

  • eine flache Unterlage

  • etwas zum beschweren wie eine Glasplatte, z. B. aus einem Bilderrahmen

  • 4 TL Natron

  • ca. 1 Liter Wasser

  • einen wirklich sonnigen Platz

Wichtig: Kurkuma färbt sehr stark. Schützt deshalb Arbeitsfläche und Kleidung und tragt beim Anrühren und Auftragen am besten Einmalhandschuhe. Brennspiritus ist außerdem leicht entzündlich und gehört nicht in Kinderhände. Die Kurkumalösung sollte deshalb von einem Erwachsenen vorbereitet und von offenen Flammen und anderen Zündquellen ferngehalten werden.

So entstehen die Sonnenprints

Zuerst haben wir 4 TL Kurkumapulver mit 100 ml Brennspiritus verrührt und ca. 10 min wirken lassen. Anschließend die Lösung durch einen Kaffeefilter gegeben, damit die festen Kurkumabestandteile herausgefiltert werden. Die gefilterte Lösung mit einem breiten Pinsel gleichmäßig auf das Papier auftragen und trocknen lassen. Danach dürfen die Kinder ihre gesammelten Blätter, Blüten und Gräser darauf arrangieren. Nun kommen die Bilder in die direkte Sonne. Eine Glasplatte hält die Pflanzen flach auf dem Papier und verhindert, dass der Wind sie davonträgt. Je nach Intensität des Sonnenlichts dauert die Belichtung ungefähr ein bis drei Stunden. Schaut zwischendurch nach: Sobald sich die unbedeckten Bereiche deutlich aufgehellt haben, können Blätter und Blüten vorsichtig entfernt werden.

Von leuchtendem Gelb zu warmem Terrakotta

Links: Papier mit Kurkuma und Pflanzen im Sonnenlicht / Rechts: Nach dem Natronbad zum trocknen

Jetzt kommt ein besonders spannender Moment: Für das Natronbad haben wir 4 TL Natron in ca. 1 Liter Wasser aufgelöst. Anschließend werden die Sonnenprints kurz hineingelegt. Kurkuma reagiert auf den veränderten pH-Wert – und innerhalb kurzer Zeit verwandelt sich das leuchtende Gelb in einen intensiven, warmen Terrakottaton. Anschließend haben wir die Bilder zum Trocknen aufgehängt.

Aus einem Sonnenprint wird eine Sommererinnerung

Links: Der fertige Sonnenprint / Rechts: Unsere gerahmten Sommerkunstwerke

Damit aus unseren Prints kleine Kunstwerke wurden, gestalteten die Kinder anschließend ihre eigenen Bilderrahmen. Mit bunten Stiften entstanden Muster und Zeichnungen – jeder Rahmen sah am Ende ganz anders aus. Danach durfte jedes Kind seinen Sonnenprint einrahmen. So wurde aus Blättern, Blüten, Kurkuma und Sonnenlicht eine ganz persönliche Erinnerung an einen warmen Sommertag.

Welche Pflanzen eignen sich?

Besonders schön sind Pflanzen mit gut erkennbaren Formen, zum Beispiel:

  • Farne und kleine Blätter

  • Gräser

  • Lavendel

  • feine Zweige

  • Blüten und Blütenblätter

Lasst die Kinder am besten selbst draußen auf die Suche gehen. Gerade die unterschiedlichen Formen und überraschenden Ergebnisse machen den Reiz dieser Technik aus.

Wie lange halten Kurkuma-Sonnenprints?

Sonnenprints mit Kurkuma sind nicht lichtecht und deshalb keine Bilder für die Ewigkeit. Das Curcumin im Kurkuma reagiert auf Licht – genau diese Eigenschaft nutzen wir auch bei der Herstellung. Mit der Zeit können sich die Farben deshalb verändern und verblassen. Am besten hängt ihr die fertigen Bilder nicht in direktes Sonnenlicht, sondern sucht ihnen einen eher lichtgeschützten Platz.

Eine kreative Idee für sonnige Ferientage

Ich mag an dieser Technik besonders, wie selbstverständlich Natur, Experimentieren und Kreativität zusammenkommen. Die Kinder sammeln Pflanzen, beobachten die Wirkung des Sonnenlichts und gestalten aus dem Ergebnis etwas ganz Eigenes.

Genau darum geht es für mich auch in Alwins Welt: Geschichten hören nicht auf der letzten Seite auf. Sie dürfen in der Fantasie der Kinder weiterleben – beim Entdecken, Spielen und Kreativsein.

Noch mehr aus Alwins Welt

Wenn ihr Lust auf eine weitere kreative Sommeridee habt: Meinen magischen Wohnwagen zum Ausmalen und Falten könnt ihr euch kostenlos herunterladen.

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